Hier am Theaterplatz 5 hatte der dritte jüdische Rechtsanwalt, Kuno Hirsch, seine Kanzlei.

 

Er wurde im Jahr 1868 in Coburg geboren, er besuchte das Casimirianum und war einer der besten Schüler seines Jahrgangs.
Nach seinem Studium arbeitete er als Rechtsanwalt.

 

Hirsch war Patriot und nahm aktiv am gesellschaftlichen Leben der Stadt teil. Er hatte eine Reihe von Ämtern inne: Rechtsbeistand der IHK, Stadtverordneter, Mitglied im Theater-Ausschuss sowie Vorsitzender der Bezirksgruppe des Deutschen Anwaltsvereins. Er wurde sogar zum Rechtsvertreter des bulgarischen Zaren Ferdinand, der nach seiner Abdankung in Coburg im Exil lebte.

 

Bereits vor der Machtergreifung der Nazis wurde er Opfer gewaltsamer Übergriffe. Im Jahr 1933 wurde er unter dem Vorwand einer Verhaftung ins Rathaus bestellt und verhört. Doch man konnte ihm nichts zur Last legen, so dass er nicht verhaftete wurde.

Durch die Gleichschaltung von Vereinen und Verbänden verlor er alle seine öffentlichen Ämter. 1938 musste Kuno Hirsch seine Kanzlei schließen und zog mit seiner Frau Elsa nach München, wo ihre Tochter lebte. Da sich Schlimmeres abzeichnete, wollte die Familie in die USA ausreisen. Es fand sich jedoch in den USA kein Bürge, der versichert hätte, dass die Einwandernden der amerikanischen Fürsorge nicht zur Last fallen würden. So scheiterten die Fluchtversuche.
Die Eheleute Hirsch kamen in das Sammellager Berg am Laim und danach ins KZ Theresienstadt. Dort wurde Kuno Hirsch am 30.11.1943 umgebracht, der Mord an seiner Frau geschah am 7.11.1944.

 

Der Stolperstein für Kuno Hirsch und seine Frau befindet sich vor ihrem Wohnhaus in der Mohrenstraße 14.

 

(Quellen: „Die Coburger Juden“ von Hubert Fromm; „Digitales Stadtgedächtnis der Stadt Coburg“)

 

Frage 7:

In welchem Jahr wurde der Coburger Anwalt Kuno Hirsch im Alter von 75 Jahren ermordet?

 

Hier geht’s weiter:

Zwischen dem Gebäude der Rückert-Schule in der Löwenstraße 28 und dem Gehsteig steht ein Briefkasten an der Einfahrt zum Schulgelände. Sucht an dessen Rückseite.