Coburg fällt eine unrühmliche Vorreiterrolle zu – bereits kurz nach der Machtergreifung Hitlers wurden in der Zeit vom 9. März bis 24. April 1933 150 Personen festgenommen. In diese Schutzhaft kamen politische Gegner, prominente Mitglieder anderer Parteien sowie sonst der NSDAP unangenehme Gegner und Juden.

 

An der Stelle neben dem Rathaus, wo jetzt der Neubau der Sparkasse steht, befand sich damals die sogenannte „Alten Herberge“. Darin gab es eine Prügelstube, also Folterkammer. In den Frühjahrswochen des Jahres 1933 wurden hier insgesamt 83 Personen geschlagen, getreten, mit Lederpeitschen misshandelt und mit Scheinhinrichtungen terrorisiert.

 

Zeugen sagten später aus, dass die Schreie in der näheren Umgebung gut zu hören waren. Beispielsweise erzählte eine Coburgerin nach dem Krieg, dass „das Schreien der Häftlinge und Klatschen der Schläge (den ganzen Karfreitag hindurch) angedauert hat.“ Daraufhin bat sie einen Stadtrat „dafür zu sorgen, dass wenigstens während der Osterfeiertage Ruhe sei, da der seitherige Zustand für die Nachbarschaft unerträglich sei.“

 

12 Männer werden wegen dieser Misshandlungen im Jahr 1951 vor dem Landgericht Coburg angeklagt. Nach einem 7-wöchigen Prozess, in dem 159 Zeugen vernommen wurden, verhängt das Landgericht Coburg am 7. April 1951 mehrjährige Haftstrafen.

(Quelle: Die Coburger Juden – Hubert Fromm; „Voraus zur Unzeit“)

 

Frage 1:

Wie viele Personen wurden hier im Frühling des Jahres 1933 insgesamt misshandelt?

 

Hier geht’s weiter:

Sucht am Briefkasten des Hausmeisters an der Eingangstür zum Rathaus.